Geniestreich Mitarbeiterbindung: 6 Ideen für Verwaltungen

Mitarbeiterbindung in der Kommunalverwaltung? Da reden wir von viel heißer Luft. Wirklich?
So schreibt die Gießener Allgemeine „Denn auf der anderen Seite hat die Stadt Probleme, Mitarbeiter zu halten. Von einer »massiv fortschreitenden Verrentungs- und Pensionierungwelle« und einer »steigenden Zahl aktiver Kündigungen und Versetzungsanträgen« ist im jüngsten Rundschreiben des Personalrats die Rede“.

Mitarbeiterbindung: Pflicht oder Kür der Verwaltung?

Angesichts des rasant wachsenden Fachkräftemangels im öffentlichen Dienst (Kranken- und Altenpflege: 45.000; Steuerverwaltung: 27.000; Kommunalverwaltungen: 145.800) ist die Frage rasch zu beantworten: Pflicht. Wer die richtige Mannschaft zusammen hat muss sich auch darum kümmern, dass die (besten) Spieler nicht wechseln. Wechsel bedeutet hier nicht zwingend zur Privatwirtschaft. Es reicht für eine Stadtverwaltung schon, wenn die Stadtplanerin zur Kreisverwaltung wechselt. Daher sind Verwaltungsspitzen und Personalämter gefordert sich verstärkt um das ungewohnte Thema Mitarbeiterbindung Gedanken zu machen.
„Wir haben nicht zu verlieren – außer unsere vorgefassten Meinungen“ (Prof. Alf Rehn: Gefährliche Ideen. Frankfurt 2012. S. 174).

Personalbindung: 6 Ideen zur Frischzellenkur

  1. Mitarbeiterbindung, Mitarbeitermotivation und Mitarbeiterzufriedenheit fallen nicht vom Himmel. Sie sind strategisch langfristig anzugehen. Denn, so schreibt der britische Star-Unternehmer Richard Branson (Like a Virgin. Kulmbach 2013. S. 126): „eine Notfallplanung darf nicht erst gemacht werden, wenn der Notfall eintritt“. Damit die Kreisverwaltung ein attraktiver und begehrter Arbeitgeber für Ihre Mitarbeitenden bleibt muss sowohl die normative wie emotionale Bindung gepflegt werden.
  2. Mitarbeiterbindung beginnt schon mit der Einarbeitung. Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Arbeitstag in der Gemeindeverwaltung? Viele Mitarbeitende erinnern sich Jahre danach noch an das missglückte Onboarding in der Landesverwaltung X. Kein Tisch, kein Stuhl, kein Passwort, kein Vorgesetzter, …
    Ein fürsorglicher Einarbeitungsprozess stärkt die Personalbindung wie Mitarbeitermotivation.
  3. Strategische Führungspersönlichkeiten in der Kommunalverwaltung achten bei der Rekrutierung auf die Einstellung der Mitarbeitenden (Stichwort Passung). Passen wirklich beide Seiten zueinander? Dies setzt sowohl ein klares Eigenprofil als Arbeitgeber wie auch ein scharfkantiges Anforderungsprofil voraus.
  4. Mitarbeitende und Nachwuchsführungskräfte der Generation Y und Z stellen an den zukünftigen Arbeitgeber veränderte Anforderungen. Die Verwaltungsspitze muss umdenken, möchte sie junge Verwaltungskräfte finden und binden. Die geänderte Werteorientierung der (jungen) Menschen hin zu Selbstbestimmung, Mitgestaltung, selbstgesteuerter Teamarbeit und Selbstorganisation (New Work) führt zur zentralen Frage: Wie wollen wir zukünftig Führung und Zusammenarbeit (in der agilen Verwaltung) gestalten? Wie wird in Ihrer Verwaltung die neue Arbeitswelt ausschauen?
  5. Hat das, an dem ich arbeite, einen Sinn? Welche Sinnangebote machen wir unseren Führungskräften und Mitarbeitenden?  Sinnhaftigkeit – gerade unter Wissensarbeiter – ist ein zentraler und häufig unterschätzter Faktor zur Mitarbeiterbindung und Personalgewinnung. Lassen Sie doch langjährige Beschäftigte für sich sprechen. Wie z.B. die bayerische Versorgungskammer
  6. Fachkarriere? In vielen Verwaltungen noch ein schwarzes Loch. Dabei bietet die Fachkarriere ohne Mitarbeiterführung Beschäftigten eine Zukunftsperspektive (=Personalbindung). Beispiel gesucht? Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Dortmund bietet die Fachkarriere als „Senior Scientist” an.

Jetzt dazu Kontakt mit Rolf Dindorf aufnehmen.

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Photo: iStock(c)


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