3 Gründe, warum Sinn zu besserer Motivation in der Verwaltung führt

Möchten auch Sie motiviertere Mitarbeitende? Viele Führungskräfte in der öffentlichen Verwaltung unterschätzen die Bedeutung der Sinnhaftigkeit für ihre Beschäftigten. Die Frage nach dem Sinn ist keineswegs eine rhetorische Beraterattitüde. So schreibt die Bergsteigerlegende Reinhold Messner (in seinem Buch: Berge versetzen. München 2010. S. 83) zutreffend: „Solange ich nach praktischen Erklärungen suche, finde ich Ausreden, aber keinen Sinn.“

  1. Die Weiterentwicklung der analogen Verwaltung zu einer modernen Digitalverwaltung mit beispielsweise E-Akte oder E-Rechnung ist ein technokratischer, praktischer Innovationsansatz. Worin aber liegt der Sinn einer papierlosen Verwaltung? Bisher – auch in Pandemiezeiten – hat es doch auch funktioniert. Honig saugen und damit motivierter arbeiten können und möchten Mitarbeitende, wenn sie die Sinnhaftigkeit hinter dieser (und anderer) technischen Maßnahme verstehen. Komplexität kann der Mitarbeitende nur annehmen, sofern sich ihm die Bedeutung erschließt. Dann bringt er Euphorie und Motivation für digitale Arbeitsabläufe mit.
  2. Vom Stückwerk zur digitalen Strategie reift die Transformation der öffentlichen Verwaltung, wenn jedem Beschäftigten (einschließlich der Führungskräfte) innerlich klar ist, warum die Papierakte abgeschafft und Chatboots angeschafft werden. Zahlreiche Beschäftigte in der öffentlichen Verwaltung sind analog sozialisiert. Sie haben – außer privat – wenig mit digitalen Verwaltungsprozessen am Hut.
    Welchen Sinn und damit auch Nutzen habe ganz egoistisch gesehen ich als Beschäftigter der Landesbehörde davon? „Die moderne leistungsorientierte Weltsicht sieht Führung aus einer technischen Perspektive. .. Sie schätzt eine kühle Rationalität und meidet Emotionen; Fragen des Sinns und der Bedeutung erscheinen deplatziert.“, bringt es Frederic Laloux auf den Punkt (Reinventing Organizations. München 2015. S. 29). Eine reine technische Schulung reicht da nicht. Die Verwaltungsspitze ist gefordert, Butter bei die Fische – pardon – Sinn zu liefern. Leidenschaft, Motivation und Begeisterung für eine digitale Stadtverwaltung von morgen sind entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung des  Online-Zugangsgesetzes. Wie wäre es mit einem Dezernat für Digitalisierung in der Kreisverwaltung?
  3. In einer teilweisen belanglosen und oberflächlichen Welt hilft die Vermittlung von Sinnhaftigkeit der Personalgewinnung und Mitarbeiterbindung im öffentlichen Sektor. Warum gibt es uns? Weil der Steuerzahler uns finanziert? Weil wir einfach da sind? Na, ja. Es muss halt eine Wasserschifffahrtsbehörde geben.
    Der demographische Wandel wird die Suche nach Fachkräften (aktuell z. b. Gesundheitsämter) noch verschärfen. Jene Kommunalverwaltung, die ein klares Arbeitgeberbild hat, wird hier eine deutliche Duftnote setzen.
    Der Zukunftsforscher Alvin Toffler schrieb schon 1970: „Das Ansteigen des Akademikertums bewirkt, daß moderne Großorganisationen stark mit Menschen infiltriert werden, die gänzlich andere Vorstellungen vom Sinn und Zweck einer Organisation haben“ (Der Zukunftsschock. Bern 1970. S. 118). Sinnstiftende Zusammenarbeit in der öffentlichen Behörde als Teil von New Work wirkt als Magnet für Fach- und Führungskräfte der Generation Y und Z.

Jetzt Unterstützung bei sinnstiftender Zusammenarbeit anfordern. Vogel-Strauß-Politik beenden.
Rolf Dindorf: 0631 6259657

Photo: iStock (c)


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