Personalbindung: Wie lassen sich Mitarbeiter in der Verwaltung binden?

Die Tagesschau titelte im Oktober 2021: „1,2 Millionen Arbeitskräfte gesucht“. Allein in der Pflege fehlen 200.000 Pflegekräfte. 330.000 Mitarbeitende in der öffentlichen Verwaltung werden aktuell gesucht. Doch was haben diese Tatsachen mit der Mitarbeiterbindung in der Verwaltung zu tun?

Duftnote setzen: Mitarbeiterbindung ausbauen

Gerade im Bereich der Wissensarbeiter wird auch in den Amtsstuben deutlich, dass die Fluktuation nicht nur ein Phänomen der Wirtschaft ist. Wissensarbeiter wie IT-Fachkräfte, Radverkehrsplanerinnen, Bauingenieure, Amtsärzten usw. sind sich Ihres Fachkräftemangels bewusst. Der immer wieder zitierte Sicherheitsaspekt der öffentlichen Verwaltung zieht bei gesuchten Mitarbeitenden nur bedingt. Damit die Verwaltung den steigenden Fachkräftemangel in den Griff bekommt muss sie im Bereich der Mitarbeiterbindung mehr tun.

Roter Teppich für die Personalbindung der Verwaltung: 3 Tipps

  1. Wissensarbeiter produktiv zu machen bedeutet, eine postindustrielle Arbeitskultur (Verwaltungskultur) zu schaffen. Innovationskultur, Spaß, Kreativität, intellektuelle Herausforderungen sind keine schmückenden Zusätze einer hierarchischen Verwaltungskultur sondern zwingende Notwendigkeit umworbene Fachkräfte in der Verwaltung zu halten.
    Innovationslabore (Public Innovation Labs) sind eine Möglichkeit spannende Projekte in der öffentlichen Verwaltung zu kreieren.
    Mehrere Appetitmacher-pardon-Beispiele für Innovationslabore:
    Der Cyber Innovation Hub der Bundeswehr
    Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales
    GovLab Arnsberg
    GovLabAustria des Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport
  2. Was fördert darüber hinaus Personalbindung?
    Sinn. Sinnerfüllung im Beruf führt zu Mitarbeitermotivation und Personalbindung. Wenn Mitarbeitende in der Verwaltung den Grund kennen, warum sie tun, was sie im Amt tun, entsteht eine feste Bindung zum Job. Prof. Peter F. Drucker (Neue Management-Praxis. Düsseldorf-Wien 1974. S. 280) fasst es prägnant zusammen: „Den Lebensunterhalt zu verdienen genügt nicht mehr. Arbeit muß auch ein erfülltes Leben erlauben.“ Hier geht es nicht um Sozialromantik im öffentlichen Dienst. Im Fokus steht der Wissensarbeiter der nach Sinnerfüllung („Werde ich damit etwas bewegen können) in seinem Berufsleben sucht. Somit stehen Verwaltungsspitzen und Führungskräfte in der Verpflichtung, Sinnmotive für ihre gesuchten Fachkräfte zu liefern. Vorn auf dem Treppchen steht damit für die Spitzenkräfte der Verwaltung die Auseinandersetzung mit der Frage „Worin liegt der Sinn unserer Behörde“? Was ist Zweck und Aufgabe der Stadtverwaltung X? Was sollte unsere Kreisverwaltung in Zukunft für eine Mission haben?
  3. Sie mögen bodenständigere Tipps für die Mitarbeiterbindung? Folgende Werkzeuge haben sich ergänzend zu obigen Zeilen bewährt:
    – Ein klar formulierter und danach gelebter Wertekanon
    – Statt Zuckerbrot und Peitsche eine transparente Führungskultur im Amt
    – Eine angenehme Arbeitskultur durch moderne Arbeitszimmer und permanent aktuell gehaltener
    Technikausstattung
    – Wissensarbeiter möchten lernen und wachsen. Kassenschlager sind hier eine strategische Personalentwicklung mit individuellen Karriereentwicklungsmöglichkeiten (Stichwort: Fachkarriere) und persönlichen Weiterbildungen (statt Fortbildungskatalogen).

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