Gerüchteküche: Mitarbeiterbindung durch sinnstiftende Arbeit?

Rolf Dindorf

Wird auch in Ihrer Personalabteilung das Finden und Binden von Fachkräften immer mühsamer? Vielleicht müssen Sie auch schon wie die Stadtverwaltung Hannover Headhunter zur Besetzung von Führungspositionen einsetzen?
Mittlerweile ist nicht nur Personalfindung sondern auch Mitarbeiterbindung im öffentlichen Dienst ein Schreckgespenst.

Strategischer Wettbewerbsvorteil: sinnstiftende Führungskultur der Verwaltung

Vielleicht halten Sie das Gerede von sinnstiftender Arbeit im öffentlichen Dienst nur wieder für ein neumodisches Beratergeschwätz. Ach, ja?
Der Zukunftsforscher Alvin Toffler schrieb schon 1970: „Das Ansteigen des Akademikertums bewirkt, dass moderne Großorganisationen stark mit Menschen infiltriert werden, die gänzlich andere Vorstellungen vom Sinn und Zweck einer Organisation haben.“ (Der Zukunftsschock. Bern 1970. S. 118) Seit 1970 ist die deutsche Gesellschaft noch gebildeter geworden (Stichwort Wertewandel). Die Mitarbeitenden – nicht nur der Generation Z – haben eine andere Erwartungshaltung an öffentliche Unternehmen und Verwaltungen als in früheren Jahren.
Erkenne ich den Sinn meines Tuns als beispielsweise Sozialversicherungsfachangestellte, Justizfachangestellter, Gärtnerin, Tierpflegerin oder Fachinformatiker bin ich deutlich motivierter. Auch bei Rückschlägen bleibt eine mit Sinnstiftung unterlegte Arbeit im öffentlichen Sektor deutlich motivierender. Dies trägt erheblich zur Mitarbeiterbindung bei.
Sie halten sinnstiftende Führungskultur der Verwaltung weiterhin für eine Gerüchteküche?

Personalbindung: Generation Z und die Sinn-Frage

Warum ziehen so viele Start-ups junge Fachkräfte der Generation Z an? Warum haben diese Unternehmen weniger Probleme in der Mitarbeiterbindung? Wegen des Geldes? Sicherlich nicht.
Tony Hsieh, CEO des Online-Schuh- und Bekleidungsunternehmens Zappos gibt einen Hinweis: „Höherer Sinn. Diese Art von Glück empfindet man, wenn man Teil von etwas Größerem als man selbst ist, das man als sinnvoll empfindet. Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass diese Art von Glück am langlebigsten ist.“ (Delivering Happiness. München. S. 217) Es lohnt sich sein Buch gerade auch im Hinblick auf eine einzigartige Unternehmenskultur genauer anzuschauen.

Empfehlung: Lesen Sie sich einmal die Visionen/Missionen von Start-ups durch. Erkennen Sie eine Gemeinsamkeit?

Rudern gegen den Strom: Weiter-so-wie-bisher ist keine Alternative. Wer Mitarbeiterbindung im öffentlichen Sektor erfolgreich betreiben möchte kommt um eine sinnorientierte Unternehmenskultur nicht herum. Kultur und Werte machen den Unterschied.
Was macht die DNA Ihrer Unternehmenskultur aus? Haben Sie dafür eine griffige Antwort?

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