Die Interviewreihe „Kür oder Pflicht? Digitalisierung in der Kommunalverwaltung“ – heute mit Dr. Michael Koch

Die nächsten Jahrzehnte werden durch den digitalen Wandel geprägt sein dem sich auch die Kommunen nicht entziehen können. Flexibilität und Schnelligkeit in einer immer rascher drehenden Welt werden auch von der Kommunalverwaltung verlangt (z.B. Apps, Öffnungszeiten, E-Government). Städte und Gemeinden bewegen sich hin zur Smart City.
Doch was heißt das konkret für die Stadtverwaltungen vor Ort? Praktiker nehmen dazu kurz und knackig Stellung.
Heute mit Dr. Michael Koch, Landrat des Landkreises Hersfeld-Rotenburg.

1 Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht, via WhatsApp erreichbar zu sein?
WhatsApp ist für den Bürger vor allem ein direkter Draht in die Verwaltung. Das Handy liegt deshalb zentral im Büro des Landrats. Die wenigsten wollen mich persönlich sprechen. Es sind oft Fragen zu Dingen des Alltags, mal sehr konkret, mal sehr allgemein. Es ist bequem, diese Frage ins Handy zu tippen, statt sich durchzutelefonieren. Für vieles sind wir als Landkreis gar nicht zuständig, beantworten es nach Möglichkeit aber trotzdem.

2 Ein Blick in die Zukunft: Wie schaut das Smart Country Hersfeld-Rotenburg im Jahr 2030 aus?
2030 haben wir keine Funklöcher, ein flächendeckendes Breitbandnetz und in wichtigen Bereichen den 5G-Ausbau. Vor allem aber die notwendige Technik und Anwenderprogramme, um die Infrastruktur auch sinnvoll nutzen zu können. Wichtig ist, dass Digitalisierung kein Selbstzweck oder eine Modeerscheinung ist.
Alles, was wir tun, muss einen Nutzen für den Bürger haben und sein Leben vereinfachen.

3 Welche Veränderungen kommen durch die Digitalisierung auf den Personalbestand und die Personalentwicklung zu?
Es ist sicherlich ein Ziel, dass die Bürger in Zukunft für immer weniger Dienstleistungen eigens aufs Amt kommen müssen. Auf der anderen Seite des PC sitzt aber dann immer noch ein Mitarbeiter, der Entscheidungen treffen und prüfen muss. Durch Digitalisierung erfolgt ja nicht plötzlich alles automatisch.

4. Wo ist es auch Ihrer Erfahrung heraus auch mal sinnvoll, analog unterwegs zu sein?
Den Kontakt mit Menschen können sie nicht ersetzen und sollten das auch nicht versuchen. Gerade, wo es um Problemlösungen geht, helfen Algorithmen alleine nicht weiter. Als Landkreis sind wir für Arbeitsvermittlung, Hartz-IV-Zahlungen oder Probleme in Familien zuständig. Da geht es immer und auch in Zukunft um Menschen.

5. Angesichts der Disruption und der raschen Veränderungsgeschwindigkeit unterliegt auch das Verwaltungshandeln der Erfordernis, schnell zu handeln. Inwieweit ist aus Ihrer Sicht eine agilere Verwaltungsorganisation möglich?
Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung ist derzeit vermutlich die größte Herausforderung für Behörden. Ich bin sicher, dass wir hier noch einige bisher unbekannte Optimierungsprozesse haben. Natürlich muss die Verwaltungsorganisation den Digitalisierungsprozessen angepasst werden. Bestimmte Arbeitsprozesse werden wegfallen, andere hinzukommen.

Vielen herzlichen Dank für die Beantwortung der Fragen
Rolf Dindorf

Bild: (c) Dr. Michael Koch

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