Fachkräftemangel in Kindergärten bekämpfen- das Beispiel Celle

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Fördermodell soll Quereinstieg für Männer und Frauen in die Arbeit mit Kindern ermöglichen

Die Nachfrage nach Kindergartenplätzen in Stadt und Landkreis Celle ist hoch und steigt in den kommenden Jahren weiter. Für die Kommune bedeutet das nicht nur durch die Bereitstellung der Plätze in Kindertageseinrichtungen eine große Herausforderung. Es fehlt auch an geeignetem Personal, denn derzeit gibt zu wenig Erzieher auf dem Arbeitsmarkt.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wollen der Landkreis und die Stadt Celle mit Geldern des Landes Niedersachsen zusätzliche Stellen für Quereinsteiger im Kindergartenbereich schaffen. Sie setzen dabei auf eine enge Kooperation mit den Städten, Gemeinden, Samtgemeinden und freien Trägern im Landkreis Celle.

Die neuen Stellen sollen zusammen mit einem begleitenden Einführungskurs ab 01.08.2018 eingerichtet und gefördert werden. Ziel ist es, zunächst 20 Personen bis Mitte 2020 die Teilnahme an dem Einführungskurs zu ermöglichen. Der Einführungskurs ist tätigkeitsbegleitend und gewährleistet dadurch einen Theorie-Praxis-Bezug.

Der Kurs berücksichtigt alle Handlungsfelder, um nicht einschlägig qualifizierte Kräfte insbesondere die Kompetenzen zu vermitteln, die für die typischen alltäglichen Anforderungen an die Arbeit mit Kindern zwischen drei und sechs Jahren erforderlich sind. Gefördert werden die Plätze nach der sogenannten QUIK-Richtlinie des Landes Niedersachsen.

Der Einführungskurs beginnt im August 2018 unter Federführung der Volkshochschule Celle. Unterrichtet werden in 160 Unterrichtsstunden tätigkeitsbegleitend sieben Module: Rollenverständnis, rechtliche Rahmenbedingungen, Entwicklungs- und Bildungsprozesse von Kindern, Vielfalt in der Lebenswelt von Kindern, Beziehung zum Kind, Planung, Durchführung und Reflexion von Bildungsprozessen, Erziehungspartnerschaft.

Mit diesem Modell sollen Männer und Frauen angesprochen werden, die Freude an der Arbeit mit Kindern im Kindergartenalter (drei bis sechs Jahre) haben. Voraussetzung sind der Realschulabschluss, eine mindestens zweijährige Berufsausbildung und eine mindestens dreijährige Berufserfahrung sowie eine gute deutsche Sprachkompetenz.

Auch für Tagespflegepersonen, Heilerziehungspfleger, Logopäden, Ergo- oder Sprachheiltherapeuten wäre dieses Angebot eine Chance zu einer Veränderung oder Erweiterung ihrer Tätigkeit.

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