E-Government: Deutschland fast am Schluss der EU

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Im veröffentlichten Digitalen Wirtschafts- und Gesellschaftsindex (Digital Economy and Society Index – DESI) 2019 belegt Deutschland den 12. Platz unter den 28 EU-Mitgliedstaaten. Die Europäische Kommission veröffentlicht jährlich die Ergebnisse des Digital Economy and Society Index, der die digitale Gesamtleistung Europas überwacht und die Fortschritte der EU-Länder in Bezug auf ihre digitale Wettbewerbsfähigkeit verfolgt. Die Tatsache, dass die größten Volkswirtschaften der EU – Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und das Vereinigte Königreich – keine digitalen Vorreiter sind, obwohl sie mehr als 55 Prozent des BIP der EU ausmachen, gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit der EU insgesamt.

Beim Basis-Festbreitbandnetz schneidet Deutschland dank der breiten Verfügbarkeit und der hohen Akzeptanz gut ab. Die Festnetz-Breitbandabdeckung liegt bei 98 Prozent. Deutschland ist bei den digitalen Kompetenzen überdurchschnittlich erfolgreich und hat seinen Wert bei der Integration digitaler Technologien durch Unternehmen erhöht. Obwohl es die Nutzung des schnellen Breitbands verbessert hat, liegt es bei der Nutzung des ultraschnellen Breitbands aber immer noch unter dem EU-Durchschnitt. Bei den digitalen Kompetenzen gehört Deutschland zu den Spitzenreitern der EU. Auch der Anteil der IKT-Spezialisten ist seit 2017 gestiegen. Bei der Nutzung von Internet-Diensten rangiert Deutschland an der Spitze, da die Deutschen an Online-Aktivitäten interessiert sind; nur 5 Prozent haben noch nie das Internet genutzt.

Die größte digitale Herausforderung des Landes besteht darin, die Online-Interaktion zwischen Behörden und der Öffentlichkeit zu verbessern. Bei der Nutzung von digitalen Behördenangeboten liegt Deutschland auf Platz 26, nur 43 Prozent nutzen elektronische Behördendienste und nur 7 Prozent E-Gesundheitsdienste.

Im vergangenen Jahr verbesserten alle EU-Länder ihre digitale Leistung, wobei Finnland, Schweden, die Niederlande und Dänemark die höchsten Bewertungen im DESI 2019 erzielten und zu den weltweit führenden Anbietern in der Digitalisierung gehörten. Es folgen das Vereinigte Königreich, Luxemburg, Irland, Estland und Belgien.

Die DESI-Zahlen der letzten 5 Jahre zeigen, dass gezielte Investitionen und digitale Politik einen erheblichen Einfluss auf die Leistung der einzelnen Länder haben können. Dies gilt beispielsweise für Spanien beim Ausbau des ultraschnellen Breitbands, Zypern bei der Breitbandversorgung, Irland bei der Digitalisierung von Unternehmen und Lettland und Litauen bei digitalen öffentlichen Diensten.

Mehr als ein Drittel der Europäer in der aktiven Erwerbsbevölkerung verfügt nicht über grundlegende digitale Fähigkeiten, obwohl die meisten Arbeitsplätze mindestens grundlegende digitale Fähigkeiten erfordern, und nur 31 Prozent verfügen über fortgeschrittene Internetnutzerkenntnisse. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach fortgeschrittenen digitalen Fähigkeiten in der gesamten Wirtschaft, wobei die Beschäftigung von Fachkräften der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) in den letzten fünf Jahren in der EU um 2 Millionen gestiegen ist. Finnland, Schweden, Luxemburg und Estland sind hier führend.

Beitragsbild: (c) iStock


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