Personalmanagement: Homeoffice nur für Auserwählte im öffentlichen Dienst?

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Zauberformel Homeoffice?
Nicht nur im öffentlichen Dienst wird Homeoffice als geschickter Spielzug zur Verwirklichung der Work-Life-Balance und familienfreundlicher Arbeitskultur gewertet. Dabei wird gerade so getan, als könnten alle in der öffentlichen Verwaltung im Homeoffice arbeiten. Gregor Thüsing wirft in der ‚Welt‚ ein: „Und er verstärkt die Zweiklassen-Gesellschaft: die, die zu Hause arbeiten können, und die, die in den Betrieb müssen. Platt gesagt: Angestellte gegen Arbeiter. Wollen wir das?“

Im Gleichklang rudern: Strategisches Personalmanagement

Eine strategisch verankerte Personalentwicklung muss alle Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung gleichwertig behandeln. Der mediale Hype um das Homeoffice und moderne Arbeitskultur muss insoweit kritisch hinterfragt werden, wer vom Homeoffice profitiert.
„Nur zwölf Prozent aller abhängig Beschäftigten hierzulande arbeiten überwiegend oder gelegentlich von zu Hause aus, obwohl dies bei 40 Prozent der Arbeitsplätze theoretisch möglich wäre.“, schrieb das Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung schon 2016. Aktuell arbeiten annähernd 35% der Mitarbeiter in Deutschland im Homeoffice.
Umkehrschluss: 65% arbeiten nicht im Homeoffice. Wer somit in Verwaltung im engeren Sinne oder Entwicklung in Betrieben bzw. Kunst, Design, IT usw. arbeitet gehört zu den Profiteuren einer modernen Arbeitskultur.
Doch wie steht es um die Müllwerker, Pflegerinnen, Friedhofsbediensteten, Handwerker, Techniker usw. im öffentlichen Dienst? Jene Berufsgruppen, deren Tätigkeit heute und in Zukunft nicht im Homeoffice stattfindet?
Sie profitieren nicht von einem Einen Rechtsanspruch auf Homeoffice. Hier ist die strategische Personalentwicklung im öffentlichen Dienst gefragt. Damit es zu keiner Spaltung der Beschäftigten und damit Unzufriedenheit kommt sind entsprechende personalpolitische Maßnahmen für die ‚Verlierer‘ zu ergreifen.

Der Wert der Präsenzarbeit in der öffentlichen Verwaltung

Schreckgespenst Präsenzkultur. Wer Anwesenheitskultur diffamiert und entwertet darf sich über unmotivierte Mitarbeitende in der Stadtverwaltung nicht wundern. Arbeiter (hoppla, die gibt es noch) , Handwerkerinnen, Feuerwehrleute, usw. sind in ihrer Tätigkeit weder rückständig noch unzeitgemäß. Die Verwaltungsspitze und das Personalressort tuen daher gut daran sich nicht nur auf das Homeoffice zu stürzen sondern auch die Beschäftigten in Präsenz zu würdigen.

Photo: iStock (c)

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