Agile Verwaltung: Die strategische Personalentwicklung als Pionier?

Erinnern Sie sich:
Das Fax in den Gesundheitsämtern stand vor einem Jahr für überholte Verwaltungsstrukturen. Ein Zauberwort zur Modernisierung des öffentlichen Dienstes lautet ‚agile Verwaltung‘. Neben der technischen Ausstattung der Ämter geht es auch um eine zeitgemäße Arbeitskultur, Führungskräfteentwicklung und modernes Personalmanagement.

Lackmustest: Personalentwicklung als Prüfstein der agilen Verwaltung

Natürlich muss über Prozesse, Steuerung, Infrastruktur und Organisationsstrukturen in Zeiten von disruptiven Entwicklungen (Corona, Flüchtlingskrise, Klimawandel, politische Veränderungen) bei Kommunalverwaltungen nachgedacht werden. Als Dienstleistungsunternehmen mit dem zentralen Faktor Personal bleibt die (strategische) Personalentwicklung vielfach hinter den Erwartungen zurück. Dabei sind die Beschäftigten der wichtigste Faktor in den Ämtern. Im Gegensatz zu den vielen Märchen großer Beratungshäuser wird das auch angesichts von KI und Robotern erst mal so bleiben.

Die Modernisierung der Kommunalverwaltung hin zu einer agilen Organisation setzt somit ein Personalkörper aus eigenverantwortlich handelnden Mitarbeitenden voraus. Der Aufbruch in die Zukunft einer agilen Verwaltung erfordert Mitarbeitende in den Ämtern mit digitalen, beruflichen und fachübergreifenden Kompetenzen (Soft Skills) und Einstellungen (Mindset). Damit aus der agilen Verwaltung kein Strohfeuer wird braucht es eine strategische und nachhaltige Personalentwicklung. Es reicht nicht mehr nur Fortbildungskataloge vorzulegen. Die Personalabteilung muss als Pionier (Vorbild) der Digitalisierung vorangehen.

Agile Verwaltung: Das Personalamt als Pionier

Die Zeit läuft mir davon
Zu warten wäre eine Schande für die ganze Weltbevölkerung
Ich muss jetzt los, sonst gibt’s die große Katastrophe
Merkst du nicht, dass wir in Not sind?

So lauten Teile der Songlyrics von Tim Bendzko, der vor Jahren einen Hit mit dem Titel „Nur noch kurz die Welt retten“ landete. Abgewandelt lässt sich der Song auch als Hymne für das Personalmanagement in den Kommunalverwaltungen in Szene setzen. Neue Modelle, Konzepte und Formate in der Personalentwicklung sind zwingend nötig der disruptiven VUCA-Welt her zu werden.

  • Wo stehen wir heute als Personalamt (im Hinblick auf eine agile Verwaltung)?
  • Wo wollen wir als Personalamt hin?
  • Welche Vision einer agilen Verwaltung haben wir in unserem Selbstverständnis?
  • Was sollte unser Personalreferat sein?
  • Was ist für unsere Kunden/innen von Wert?

Orientiert sich das Personalamt der Stadtverwaltung hin zum Business-Partner-Modell (wie die Stadt Nürnberg)? Oder Durchlaufen wir einen Veränderungsprozess wie die Stadt München (neoHR)?

Eine agile Verwaltung mit entscheidungsfreudigen, selbstorganisierten Mitarbeitenden erfordert individualisierte Schulungen und Weiterbildungen. Eine umfassende digitale Lernplattform wie die LXP –  Learning Experience Plattform – ist eine Möglichkeit das selbständige Lernen zu fördern.
So schrieb schon 1970 der Zukunftsforscher Alvin Toffler (Der Zukunftsschock. Bern 1970. S. 221): „Die Gesellschaft bewegt sich also nicht nur bei der Produktion materieller Güter, sondern auch bei ihrem Unterrichtsangebot von den Normen und Standardisierungstendenzen weg. … Der Trend zur Vielfalt wirkt sich auch mehr und mehr im geistigen Bereich aus.“

Mehr Pioniergeist und damit Startup-Kultur für die Personalämter der Kreisverwaltungen?
Isao Nakauchi (Gründer von Daiei) bringt es auf den Punkt: „Erstens heißt Innovation, mit konventionellen Gewohnheiten zu brechen, seine bestehende Arbeit von Grund auf zu überholen.“ (Peter Drucker, Isao Nakauchi: Die globale Herausforderung. Düsseldorf 1996. S. 165)

Nur wer als Vorbild (=Personalentwicklung) die agile Verwaltung lebt kann glaubwürdig und sinnstiftend bei Führungskräften und Mitarbeitenden für die Verwaltungsmodernisierung werben.

Photo: iStock(c)


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