Mitarbeitermotivation: Müssen alle Beschäftigten immer begeistert sein?

Führungskultur öffentlicher Dienst systemrelevante Berufe

Müssen Führungskräfte in der Pflege oder dem öffentlichen Sektor ihre Mitarbeiter immer begeistern? Müssen alle Beschäftigten täglich voller Euphorie zur Arbeit gehen?

Fass ohne Boden: Mitarbeitermotivation im Public Sektor

Auf Samtpfoten kommt seit geraumer Zeit bei der Debatte um die Mitarbeitermotivation die ‚Begeisterung‘ mit ins Spiel. Die Führungskultur besteht darin, Mitarbeiter regelmäßig Euphorie zu ermöglichen. Dabei wird dann natürlich immer nur auf bestimmte Berufsgruppen abgehoben: Akademiker meist, die im Homeoffice oder beim Coworking in Start-up-Atmosphäre arbeiten.
Ach, wo bleiben die anderen Beschäftigten in der Arbeitswelt von New Work?

  • Reinigungsfrauen (von Toiletten)
  • Zeitarbeitnehmer
  • Hausmeister
  • Büroangestellte im Bürgercenter
  • Produktionsmitarbeiter
  • Sozialarbeiter
  • Gärtner
  • Friedhofsmitarbeiter
  • Busfahrer
  • Zugführer
  • Pflegekräfte
  • usw.

In der schönen neuen New Work-Arbeitswelt ist scheinbar kein Platz in der Darstellung dieser systemrelevanten Berufe. Natürlich gehen die Beschäftigten in diesen Berufen nie auf dem Zahnfleisch. Sie sind täglich durch das Führungspersonal der öffentlichen Verwaltung zur Höchstleistung begeistert.

Mitarbeiterengagement im öffentlichen Dienst durch Disziplin

Muss der Führungsstil in der Pflege oder dem öffentlichen Dienst wirklich immer begeistern? Lässt sich wirklich aus jeder (langweiligen) Routinetätigkeit Begeisterung ableiten? Gehört nicht zum Berufsleben auch Disziplin? Dinge zu tun, die getan werden müssen? Ganz unaufgeregt eben.
Sollte sich jeder Mitarbeitende nicht auch selbst fragen: Was trage ich persönlich zum Unternehmenserfolg bei? Was trage ich persönlich zu meiner Motivation bei?

Sinn führt: Sinnstiftende Führungskultur als Dünger?

Hängt man die Fahnenstange Mitarbeitermotivation in öffentlichen Einrichtungen etwas niedriger kommt man von der ‚Begeisterung‘ zur sinnstiftenden Tätigkeit. Die geänderte Werteorientierung der Gesellschaft hin zu Selbstbestimmung und Selbstorganisation erfordert ein Umdenken in der Führungsarbeit des öffentlichen Dienstes. Immer mehr Mitarbeiter möchten nicht nur beruflich stupide vor sich hinarbeiten. Sie erwarten eine sinnstiftende Tätigkeit. „Warum“ tue ich etwas? Diese Frage seitens der Führungskräfte sinnvoll zu beantworten erzeugt – so zeigt es die Praxis – mehr Mitarbeitermotivation in der Pflegeeinrichtung oder dem Bürgercenter.
Mitarbeitende müssen somit nicht täglich begeistert von ihrer Arbeit sein. Sie müssen stattdessen den Sinn ihrer beruflichen Tätigkeit erkennen.

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Photo: iStock (c)


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