Veränderungsprozesse: Strategisches Personalwesen als Luftnummer?

Oben auf der Welle schwimmt, wer sich zur Digitalisierung im öffentlichen Sektor bekennt. Im Fokus stehen zumeist technische Details (Programme, Schnittstellen, KI, Chatboots, Automatisierung mit RPA) der digitalen Transformation in den öffentlichen Verwaltungen. Erstaunlicherweise fehlt in zahlreichen öffentlichen Einrichtungen eine dazugehörige Personalstrategie. Sofern überraschend doch vorhanden ist sie vielerorts veraltet.

Strategisches Personalmanagement ja, Vision nein

Doch muss nicht zuerst eine Vision für die strategische Personalentwicklung der öffentlichen Hand entworfen werden?
Prof. Fredmund Malik kritisiert fundiert: „Unter dem hochtrabenden Begriff der >Vision< sind durchweg Luftschlösser und Kartenhäuser entstanden, die beim geringsten wirtschaftlichen >Wind< zusammengebrochen sind.“ (Fredmund Malik: Richtig denken – wirksam managen. Frankfurt/New York 2010. S. 92)

Die sinnvolle Zauberformel lautet schlichtweg einen nachhaltigen Strategieentwurf für beispielsweise das Personalwesen einer Kommunalverwaltung zu entwerfen. Eine sinnvolle und umfassende Strategie für den Personalsektor greift dabei die Treiber demographischer Wandel, Digitalisierung und Wertewandel auf. Die Verengung auf den Veränderungsprozess digitale Transformation rüstet nicht ausreichend auf die Zukunft.

Unter dem Mikroskop: Strategisches Denken im Personalwesen der Verwaltung

Prof. Dr. Günter Müller-Stewens definiert Strategie folgendermaßen: „Strategie wird definiert als die grundsätzliche, langfristige Verhaltensweise (Maßnahmenkombination) der Unternehmung und relevanter Teilbereiche gegenüber ihrer Umwelt zur Verwirklichung der langfristigen Ziele“. (Gabler Wirtschaftslexikon)

Daraus folgert:

  1. Das Vorhandensein langfristiger Ziele in der öffentlichen Einrichtung
  2. Die Fähigkeit zum strategischen Denken

Für das Gelingen der Veränderungsprozesse bedarf es somit langfristiger Verwaltungsziele sowie der Fähigkeit zur Entwicklung nachhaltiger (Personal-)Strategien. Hier findet sich häufig Friedhofsstille bei der öffentlichen Hand.

Die Folge sind häufig Insellösungen für bestimmte Dezernate oder kurzfristige Panikreaktionen auf z.B. den völlig überraschenden Fachkräftemangel. Die unzureichende personelle Ausstattung der Gesundheitsämter ist so überraschend wie der 24. Dezember.

Fazit:
Sorgen Sie jetzt für frischen Wind und stellen Sie konsequent Personal mit der Fähigkeit zum strategischen Denken in Ihrer öffentlichen Verwaltung ein. Machen Sie kurzen Prozess mit mangelndem Strategiebewusstsein. Fördern Sie konsequent das Entwickeln von Strategien.

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Photo: iStock (c)


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