Wie macht man die öffentliche Verwaltung attraktiv für die Generation Z?

Wie kann es vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und Fachkräftemangels gelingen, junge Bewerber und Bewerberinnen für die öffentliche Verwaltung zu gewinnen?
Schon heute fehlen dem öffentlichen Dienst nach Angaben des Deutschen Beamtenbundes mehr als 200.000 Beschäftigte. Der Personalengpass könnte bis 2030 auf 816.000 unbesetzte Stellen nach Angaben von PricewaterhouseCoopers (PwC) ansteigen. Mit anderen Worten: Die Zukunft des öffentlichen Sektors steht auf dem Spiel.
„Im Gespräch mit WELT moniert Ulrich Silberbach, Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes und Tarifunion „absurd lange Wartezeiten“ bei Bürgerservices und Gerichten, Baustellen, die nicht vorankommen, Infrastruktur, die zerfällt oder ganz fehlt, Unterrichtsausfall, Kitaplatz-Mangel und Pflegenotstand.“

Öffentliche Verwaltung als attraktiver Arbeitgeber

Die Arbeitgebermarke Kommunalverwaltung, Landesamt oder Zollbehörde steht somit erheblich unter Druck sich zum Kassenschlager für Fachkräfte und Führungskräftenachwuchs zu entwickeln. Gerade die Generation Z fremdelt mit kulturellen Mustern und hierarchischen Arbeitsabläufen des öffentlichen Dienstes.

Wie kann der öffentliche Dienst zur Aufholjagd gegenüber der Privatwirtschaft ansetzen?

  1. Junge Leute suchen verstärkt nach Sinn in der Arbeit. Daher ist es wichtig Arbeitsplätze mit sinnvollen Arbeitsinhalten anzubieten.
  2. Natürlich lässt sich nicht jeder Arbeitsplatz mit Sinn „aufladen“ (z.B. Bademeister, Hausmeister, Gärtnerin). Doch Anerkennung für geleistete Arbeit – nicht nur bei der Weihnachtsfeier – ist sehr wohl möglich.
  3. Die Generation Z wird sich dann verstärkt den Berufen wie Pflegefachkraft, Verwaltungsfachangestellte oder Gefängniswärter zuwenden, wenn zumindest die Arbeit geschätzt und geachtet wird.
  4. Freiräume und selbstorganisiertes Arbeiten sind zukunftsrelevante Charakteristika einer attraktiven Verwaltungskultur. Das bedeutet im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten nicht nur im IT-Bereich Barcamps, innovative Raumkonzepte oder spannende Projekte anzubieten.
  5. Ein kluger Schachzug zum Anlocken der Digital Natives besteht in der technischen Ausstattung. Eine Technik-affine Jugend lässt sich nur schwerlich mit dem Charme einer Technologie der 80er Jahre begeistern.
  6. Die Arbeitgebermarke „attraktive Verwaltung“ ist auch gefordert spannend einen Überblick über die zahlreichen Ausbildungsberufen im öffentlichen Sektor zu geben. Welcher Jugendlicher kennt schließlich alle Berufsmöglichkeiten der öffentlichen Verwaltung?
  7. Modernes Personalmarketing in der Kommunalverwaltung, Landesbehörde oder Landschaftsverband orientiert sich an mehr als nur juristisch korrekten Stellenausschreibungen. Modern und peppig an die
    Bedürfnisse und Erwartungen der Zielgruppen angepasstes Personalmarketing steht im Vordergrund. Beispiel: Instagram-Kanäle von Bundespolizei, Bundeswehr und Zoll.
  8. Müßiggang beenden, Zahl der Ausbildungsstellen steigern. 2015 hatte Düsseldorf „nur“ 141 Azubis neu gewonnen. 2020 werden schon 447 Ausbildungsstellen ausgewiesen.

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