Verwaltung neu denken: Kulturwandel hin zu New Work?

In vielen öffentlichen Verwaltungen reift zunehmend die Erkenntnis, nur mit einer neuen Arbeitskultur der Disruption (demographischer Wandel, Digitalisierung, Wertewandel) noch her zu werden. Dabei fällt dann rasch das Schlagwort von New Work. Die Zauberformel für modernen Kulturwandel in Unternehmen und öffentlichen Behörden.

Wofür soll New Work in der Verwaltung stehen?

Was heißt eigentlich New Work? Lassen wir den  Begründer der neuen Arbeitskultur Dr. Frithjof Bergmann zu Wort kommen. „Es freut mich sehr, wenn Menschen erkennen, dass in dem Ganzen eine Kritik des Kapitalismus begraben liegt. Die meisten Unternehmen versuchen … New Work in einer Art und Weise einzubauen, wie sie die Dinge schon immer gemacht haben. Im Grunde sind viele nicht bereit, einschneidende Änderungen hineinzubringen.“, äußert sich Bergmann bei Haufe.

Und ergänzt im Handelsblatt zum Sammelbegriff New Work: „Unser Ansatz war von Anfang an, die Lohnarbeit abzuschaffen und die Neue Arbeit einzuführen. Dieser radikale, einschneidende Wechsel wird heute von Firmen viel weniger betont. Heute macht man vielerorts nur die Lohnarbeit attraktiver, sympathischer und netter. Man kann auch sagen: Es ist Lohnarbeit im Minirock. Firmen beschreiben das, was wir Neue Arbeit nennen, nur in ganz oberflächlicher Art und Weise. Auch wenn es angeblich super läuft, ist es mehr Schein als Wirklichkeit.“

Rasch wird klar, dass unter New Work sehr viele schicke Schlagworte aus der Arbeitswelt subsumiert werden.
Selbstorganisation, Projektarbeit, agile Verwaltung, Hierarchiefreiheit, Fehlerkultur, mobiles Arbeiten, sinnstiftende Führungskultur, Homeoffice, virtuelle Teamarbeit usw. Jeder darf da gerne etwas in den Mixer werfen. Der Cocktail wird schon stimmen.

Auf der Höhe der Zeit heißt für eine Kommunalverwaltung heute sich mit New Work beschäftigen. Damit die Felle nicht davonschwimmen muss jede Kommunalverwaltung klären, was sie genau darunter versteht. Und warum? New Work geht leicht über die Lippen. Doch neben dem Verständnis was darunter zu verstehen ist bleibt auch den Beschäftigten und Führungskräften zu erklären, warum diese neue Arbeitskultur genau in dieser spezifischen Arbeitsform für die Stadtverwaltung X so zentral ist.

Verwaltung mit Zukunft: Sichtbar werden mit Sinn und Strategie

Ein Kulturwandel in der öffentlichen Hand ist kein Fassadenwechsel. Die Weiterentwicklung der Arbeitskultur bedarf einer ausgefeilten Strategie. Strategie?
Die Erfahrung zeigt, dass in vielen öffentlichen Verwaltungen kaum eine Strategie zum Kulturwandel entwickelt bzw. konsequent umgesetzt wird. Strategisches Denken ist außerdem nur etwas für die Verwaltungsspitze und/ oder ausgesuchte Stabsstellen. Wirklich? Beginnt nicht alles damit, dass zumindest Führungskräfte aller Ebenen über die Kompetenz strategisches Denken verfügen? Warum sollte es nur der Verwaltungsspitze und Amtsleitungen vorbehalten bleiben?

Damit die strategische Neuausrichtung der Arbeitskultur in der Behörde hin zu New Work gelingt sind mindestens folgende Fragen in einem Strategieprozess zu klären:

  1. Warum sollte ein Veränderungsprozess der Organisationskultur proaktiv unternommen werden?
    Worin liegt der Sinn der Veränderung unserer Kreisverwaltung?
  2. Was wollen wir als Stadtverwaltung unter New Work verstehen?
    Was sind somit die zentralen Handlungsfelder unserer Veränderung in der Landesbehörde?
  3. Wie gestalten wir die Verwaltungsmodernisierung unserer Bezirksregierung?

Die strategische Wunderwaffe New Work wird nur dann ihre Wucht entfalten, wenn die Mitarbeitenden und Führungskräfte der Verwaltung darin nicht wieder nur eine neue Beratermode sehen sondern echten Mehrwert für alle Beteiligten.

Sie möchten eine positive New Work-Spirale in Bewegung setzen?
Nehmen Sie Kontakt auf. +49 631 6259657 (Rolf Dindorf)

Photo: iStock (c)


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