Strategie: Braucht die Verwaltung diese Zukunftskompetenz beim Personal?

Rolf Dindorf

Die Modernisierung der Bundeswehr ist beschlossene Sache. Der Hintergrund zu der längst fälligen Kehrtwende ist mehr als bedauerlich. „Der gutgläubige Blick auf Putin: Wenn die Politik Russland unterschätzt hat, was unterschätzt sie noch?“, titelte der Tagesspiegel aus Berlin. „Wir waren naiv“, heißt es jetzt lapidar in Berlin. Diese Selbstkritik führt zu dem unschönen Verdacht, dass auch andere gefährliche Probleme derart unangemessen gehandhabt werden.“

Ein Strategiepapier für den demographischen Wandel?

Eine strategische Neuausrichtung ihrer Personalarbeit steht vielen Kommunalverwaltungen ins Haus. Ein gefährliches Problem – vielfach völlig unterschätzt – ist der demographische Wandel. Dabei liegen die Zahlen seit Jahren auf dem Tisch.

Personalabgänge öffentliche Verwaltung demographischer Wandel

Damit die Felle nicht davonschwimmen, d.h. eine handlungsfähige, innovative und veränderungsbereite Verwaltung Zukunft hat braucht es das entsprechende Personal in den Kommunen. Mitarbeiterbindung und Personalgewinnung gewinnen erheblich an Bedeutung. Zaudern beenden. Strategie-Check durchführen. Haben wir in unserer Gemeinde eine aktuelle Personalstrategie? Wenn nicht, wer entwickelt bis wann ein Strategiepapier für das Personalmanagement?

Zukunftskompetenz strategisches Denken in der Verwaltung

Der Duden definiert Strategie folgendermaßen: „genauer Plan des eigenen Vorgehens, der dazu dient, ein militärisches, politisches, psychologisches, wirtschaftliches o. ä. Ziel zu erreichen, und in dem man diejenigen Faktoren, die in die eigene Aktion hineinspielen könnten, von vornherein einzukalkulieren versucht.“

Das Kompetenzmodell der Bundesverwaltung definiert: „Strategisches Denken und Handeln bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft einer Person, aus dem Auftrag und übergeordneten Strategien sowie der Abschätzung des Umfelds langfristige Stoßrichtungen abzuleiten, diese auf adäquate Weise zu kommunizieren und in überblickbare Ziele zu übersetzen sowie Struktur und Kultur entsprechend weiterzuentwickeln.“

Nicht nur zur Lösung des Ukraine-Konflikts oder des demographischen Wandels braucht es bei Führungskräften in der Kommunalverwaltung strategisches Denken. Zunehmende Veränderungsgeschwindigkeiten sowie steigende Herausforderungen (Klimawandel, Corona-Pandemie, Flüchtlingskrisen, Digitalisierung) erfordern ein strategische Rüstzeug. Die Zukunftskompetenz strategisches Denken muss daher vom Mauerblümchendasein der Führungskräfteentwicklung in den Fokus gerückt werden.

Warum aber sollten nur Verwaltungsspitzen und Spitzenbeamte strategische Überlegungen anstellen dürfen/können?
Zur Lösung der komplexen Herausforderungen sollten deutlich mehr Führungskräfte und Mitarbeitende in der Lage sein bzw. in die Lage versetzt werden. Dringend nötig ist daher eine Kehrtwende bei der Personalentwicklung. Zur Steigerung der Strategiefähigkeit in der Stadt- und Kreisverwaltung sind Seminare/Trainings zur Zukunftskompetenz strategisches Denken einem größeren Kreis von Führungskräfte und Mitarbeitenden zugänglich zu machen. Auch Kommunalverwaltungen werden zukünftig mehr Arbeit mit herausfordernden Veränderungen haben. Darauf gilt es personell vorbereitet zu sein.

Der Wandel birgt viele Chancen. Jetzt aktiv werden (mit Rolf Dindorf).

Photo: iStock (c)


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