Demographie: Löst Corona den Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst?

Rolf Dindorf strategisches Personalwesen Status Quo

Schon vor Corona wurde in dem ein oder anderen Hintergrundgespräch in öffentlichen Verwaltungen die Hoffnung geäußert, der demographische Wandel lässt sich locker durch die Digitalisierung lösen. Wirklich?

Corona hat der Digitalisierung einen erheblichen Schub im öffentlichen Dienst verliehen. „Die Corona-Pandemie hat die Arbeit in der Stadtverwaltung dauerhaft verändert. Ein Zurück zu den alten Arbeitsabläufen in allen Abteilungen werde es auch nach der Coronakrise nicht mehr geben, kündigte Oberbürgermeister Andreas Mucke an.“ (Westdeutsche Zeitung)

Wuppertal steht stellvertretend für viele Kommunalverwaltungen in Deutschland. Veränderte Arbeitsabläufe bedeuten nicht zwangsläufig weniger Personal. Homeoffice oder digital ersetzbare Routinearbeiten verändern die Arbeitsorganisation im öffentlichen Dienst. An der Überalterung der öffentlichen Behörden ändert das nichts.

Der „Alters-Tsunami”: Demographischer Wandel als unterschätzte Herausforderung im öffentlichen Dienst

Landratsamt in Rastatt befürchtet „Alters-Tsunami”, titelten die Badischen Neuesten Nachrichten. Jeder zweite Beschäftigte beim Landratsamt Rastatt ist 50. Ins Boot holen: Mit diesem überalterten Personalstamm muss der öffentliche Dienst in den nächsten Jahren die digitale Transformation bewerkstelligen.
Ist das vielleicht nur ein Problem der Rastatter?

Demographische Fakten in homöopathische Dosen

  • „Premiere im Rathaus: Jetzt suchen „Headhunter“ Führungskräfte für die Verwaltung“, titelte die Hannoversche Allgemeine Zeitung zum Fachkräftemangel in der Kommunalverwaltung Hannover.
  • In den nächsten 15 Jahren muss 70 Prozent des ärztlichen Personals im öffentlichen Gesundheitsdienst ersetzt werden.
  • Die niedersächsischen Landesverwaltung verliert bis zum Jahr 2028 25% ihrer Mitarbeitenden.
  • Die niedersächsische Landespolizei muss einen Aderlass von 40 Prozent ihres Personals verkraften
  • In der Bundesverwaltung waren 2019 2,7% der Beschäftigten unter 25 Jahre
  • In den Sozialversicherungen scheiden in den nächsten 10 Jahren nahezu 25% Mitarbeiter aus

Haben wir nicht noch etwas Zeit? Nein. Es droht Staatsversagen mangels qualifiziertem Personal. Wenn 3000 Bademeister fehlen nützt mir auch die Digitalisierung nichts. Corona wird an der drohenden Pensionierungswelle im öffentlichen Dienst nichts und dem folgenden Fachkräftemangel nichts ändern.

Damit die öffentliche Verwaltung demnächst nicht auf dem demographischen Zahnfleisch geht gilt: Nicht auf Digitalisierung oder Corona hoffen sondern durch ein strategisches Personalmanagement vorausschauend handeln.

Sinn führt.

Gehen Sie mit einer klaren Personalstrategie die Zukunft an? Halten, Finden und motivieren Sie Personal in einer Epoche, in der Bindungen deutlich lockerer und unbeständiger werden.


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