Personalstrategie der Verwaltung: Wo bleibt das Gesamtkonzept?

Personalentwicklung öffentlicher Dienst
Auch in der öffentlichen Verwaltung wird die digitale Transformation zu häufig aus dem Blickwinkel der technischen und organisatorischen Veränderung betrachtet. Doch wo bleibt das strategische Personalmanagement zur erfolgreichen Bewältigung der digitalen Transformation?

Das im August 2017 in Kraft getretene Gesetz zur Verbesserung des Onlinezugangs zu Verwaltungsleistungen (Onlinezugangsgesetz) sieht vor, dass bis 2022 Bund, Länder und Kommunen alle Verwaltungsleistungen in Deutschland über Verwaltungsportale auch digital anbieten.

E-Government braucht Veränderer

Die Verwaltungskultur von heute muss sich den digitalen Gegebenheiten anpassen. Da reicht es nicht nur über SCRUM, Retrospektiven, Design Thinking oder ähnliche Ansätze nachzudenken. Notwendig ist das entsprechende Personal. In vielen Behörden und Verwaltungen fehlt es am Gesamtkonzept einer Personalstrategie.

1. Wie gelingt es den beginnenden Fachkräftemangel in Landratsämtern oder Verbandsgemeinden zu bekämpfen? Woher kommen den die Erzieherinnen, Hausmeister, Ärzte, Bauingenieure, IT-Fachleute, Architekten…
2. Wie sieht es mit dem Ausbildungskonzept der Zukunft aus?
3. Welche Arbeitgebermarke wird nach innen und außen transportiert?
4. Welche digitale Kompetenzen werde durch wen wann vermittelt?
5. Wie werden die älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der digitalen Transformation mitgenommen?
6. Welche Arbeitsbedingungen peilt die Behördenleitung für die Zukunft an?
7. Wer soll die Veränderung vorantreiben?
8. Welche Anforderungen sind beim Personal nötig damit verbesserte digitale Leistungen für den Bürger erreicht werden?
9. Wie sieht der gewünschte Führungsstil der Zukunft aus?
10. Wie lässt sich Eigenverantwortung und Freiraum fördern?

Die Verwaltung 4.0 braucht dringend Veränderer. Konzepte allein – sofern überhaupt vorhanden – reichen nicht. Die Zeit drängt. Wir sind schon mitten in der Digitalisierung.

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